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Geschichte des AHSC Aschaffenburg und Umgebung


Die Gründung des AHSC Aschaffenburg, früher auch Corpsphilisterverband Aschaffenburg genannt, ist in engem Zusammenhang mit der alten Forsthochschule und den in Aschaffenburg ansässigen studentischen Corps zu sehen.

In Aschaffenburg bestand von 1807 bis 1832 und von 1844 bis 1910 eine Forstlehranstalt des Königreichs Bayern, die ab Sommersemester 1899 die Bezeichnung Forstliche Hochschule erhielt. Die dortigen Forststudenten (offiziell Forsteleven genannt) konstituierten drei Corps, das Corps Hubertia, das Corps Arminia und das Corps Hercynia, zusammengeschlossen im Aschaffenburger Senioren-Convent (SC).

Während des Bestehens dieser Corps in Aschaffenburg verkehrten die Alten Herren der sogenannten Forstcorps, aber auch die in Aschaffenburg ansässigen Alten Herren der verschiedensten anderen Corps („Corpsphilister“) auf den Kneipen, die diese Corps veranstalteten. In den Ferien fuhren die Studenten nach Hause, und es fanden keine Kneipen statt. So trafen sich die Alten Herren, die ja als Berufstätige auch in den Ferien in der Stadt waren, unter sich.

Dieser Zusammenschluss der Alten Herren oder Corpsphilister während der Semesterferien nannte sich Aschaffenburger Ferien-SC (AFSC). Belegt wird das durch ein Album mit Photographien von Angehörigen, das die Jahreszahl 1895 und die Initialen AFSC trägt. Dieser Zeitpunkt des frühesten Beleges wurde später offiziell zum Gründungsdatum ernannt.

Aus den Protokollen des AHSC ist zu entnehmen, dass ab 1898 jährliche Zusammenkünfte von „Corpsphilistern aus Aschaffenburg mit denen des Corpsphilisterverbandes Hanau in Kahl“ stattfanden, die allerdings wegen geringer Beteiligung der „außerbayerischen Corpsphilister“ bald wieder aufgegeben wurden.

 

Formelle Gründung

Die Aschaffenburger Corpsphilister gründeten daraufhin am 14. Dezember 1902 formell einen eigenen Corpsphilisterverband. Bei der Gründung waren 29 Alte Herren anwesend, die die vom „Comité“ entworfenen Statuten annahmen. Die 29 anwesenden und weitere 19 Corpsphilister erklärten ihre Mitgliedschaft, so dass der Corpsphilisterverband 48 Gründungsmitglieder aufwies. Die Zahl der Mitglieder stieg bis zum Februar 1903 auf 79 an.

Landgerichtspräsident Oskar Mack (Corps Suevia München) war von der Gründung des Verbandes bis zu seinem Tode im Jahre 1909 der erste Vorsitzende. Zweiter Vorsitzender wurde Oberforstrat Prof. Dr. Hermann von Fürst (Corps Arminia Aschaffenburg), Schriftführer wurde Medizinal-Rat Dr. Roth, Kassier Prof. Dr. phil. Robert Geigel (Corps Bavaria Würzburg). Die erste Versammlung wurde im „Casino“ abgehalten.

Der AHSC Aschaffenburg trat im Jahre 1907 dem 1887 gegründeten Verband Alter Corpsstudenten (VAC) e.V. bei, in dem die Altherrenorganisationen der Kösener Corps zusammengeschlossen sind. Er ist bis heute dort Mitglied, zahlt Beiträge und schickt jedes Jahr Vertreter zum ordentlichen Abgeordnetentag (oAT) nach Bad Kösen.

 

Ab Beginn des Ersten Weltkriegs

Die höchste Mitgliederzahl ist im Jahre 1907 mit 93 vermerkt. Die Zahl der Mitglieder ging jedoch nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges erheblich zurück. Viele Mitglieder wurden einberufen. Viele Zugverbindungen fielen aus, so dass die auswärtigen Mitglieder nicht anreisen konnten. Teilweise waren bei den Treffen nur vier oder fünf Personen anwesend. Bei der Generalversammlung am 4. April 1919 waren nur 40 Mitglieder anwesend.

Nach dem Ersten Weltkrieg gab es in ganz Deutschland aufgrund der schwierigen politischen und gesellschaftspolitischen Situation eine große Annäherung aller Korporationsverbände. Anfang 1922 schloss sich das „hiesige Waffenstudententum zu einem Waffenring zusammen“. Der AHSC Aschaffenburg ist heute der weitaus größte Mitgliedsverband im „Aschaffenburger Waffenring“. Die Generalversammlung des AHSC Aschaffenburg beschloss 1923, die Konstitution derart zu ändern, dass auch Angehörige der Weinheimer und Rudolstädter Corps offiziell Mitglieder werden konnten.

Im Jahre 1926 wurden die Herren Dr. Dingler (Corps Helvetia Zürich, Corps Onoldia Erlangen), Dotzel (Corps Hubertia München) und Ehrenfeld (Corps Hassia Gießen) zu Ehrenmitgliedern ernannt. Nach Dr. Hermann Dingler, Professor für Botanik an der Forsthochschule Aschaffenburg, wurde in Aschaffenburg die Dinglerstraße benannt, die vom alten Standort der Hochschule in der Alexandrastraße nach Westen führt.


Gleichschaltung und Auflösung

Im Jahre 1933 begannen die zunehmenden Versuche der Nationalsozialisten, die Korporationsverbände „gleichzuschalten“ und in die nationalsozialistischen Organisationen zu überführen. So wurde verordnet, dass die Verbände das „Führerprinzip“ einzuführen hätten, was jedoch nur zögerlich und mit Widerstand durchgeführt wurde.

Am 7. Oktober 1933 fand „zufolge der Verfügung des „Führers“ des KSCV nicht mehr eine Vorstandswahl, sondern die Wahl des „Führers“ des Bezirksverbandes statt: Adolf Brand Hubertiae. Die Satzungen des Verbandes werden im Sinne der Verfügung des Führers abgeändert“, so das Protokoll des AHSC.

Während der Hauptversammlung am 4. Mai 1938 war allen Beteiligten klar, dass der AHSC mit seinen Mitgliedern, seinem Vermögen und den zu zahlenden Beiträgen Teil einer nationalsozialistischen Organisation (NS-Altherrenbund der deutschen Studenten) werden sollte. Einstimmig wurde daraufhin die Auflösung beschlossen. Durch diese offizielle Auflösung konnte der AHSC inoffiziell weitergeführt und dem Zugriff des Regimes entzogen werden.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entstand das gesellschaftliche Leben in Deutschland langsam wieder neu. Auch die corpsstudentischen Verbände KSCV und VAC konstituierten sich neu.

In Aschaffenburg bat Zahnarzt Dr. Julius Schürger (Corps Makaria Würzburg), alle 24 ihm bekannten Corpsstudenten mit Schreiben vom 9. März 1949 zu einer Zusammenkunft, um den Corpsphilisterverband neu zu begründen.

Am 19. März 1949 folgten zahlreiche Corpsstudenten seinem Rufe in das Gasthaus „Spessart-Eiche“ in der Würzburger Straße. Sie waren einstimmig der Meinung, dass der Corpsphilisterverband Aschaffenburg wieder ins Leben gerufen werden sollte, und wollten sich dazu monatlich in regelmäßigen Abständen zum „Stammtisch“ treffen. Die vorläufige Leitung wurde Dr. Schürger übertragen.

Zum Aschaffenburger Corpsphilisterverband sollten als Mitglieder auch die Weinheimer Corpsstudenten gehören, wie es nach Änderung der Konstitution seit 1923 schon der Fall war. Zu den in Aschaffenburg und Umgebung beheimateten Corpsstudenten kamen nach dem Kriege nun auch noch die aus den Ostgebieten vertriebenen und die aus dem kommunistischen Machtbereich geflüchteten Corpsstudenten.

Am 1. April 1949 folgte im Gasthaus „Zum Sandtor“ das zweite Treffen und dabei wurde festgelegt, für künftige Treffen das Gasthaus „Schlappeseppel“ zu wählen.

Am 9. November 1950 konstituierte sich nach den bisherigen zwanglosen Zusammenkünften der „AHSC Aschaffenburg und Umgebung“. Zum 1. Vorsitzenden wurde Oberstudiendirektor Prof. Wilhelm Bauer (Corps Onoldia Erlangen), zum 2. Vorsitzenden Dr.med. Josef Hock (Corps Arminia München) und zum Schriftführer Gerichtsreferendar Werner Schattmann (Corps Palaiomarchia-Masovia Kiel) gewählt.

Es herrschte die Meinung vor, dass die Zusammenkünfte nicht nur am Biertisch und mit fröhlichen Gesprächen durchgeführt werden sollten. Vielmehr sollten auch allgemein interessante Vorträge aus Mitgliederkreisen zur Freude am Besuch der Veranstaltungen beitragen. So hielt am 11. Januar 1951 erstmalig Universitäts-Professor Wolfgang Stammler (Corps Holsatia Berlin im WSC) einen Vortrag „Zur Geschichte des studentischen Landesvaters“. Dipl.-Physiker Dr. Netzer (Corps Bavaria München) sprach am 8. März 1951 über „Radar und Raketen“ aufgrund eigener Erfahrungen während seiner Tätigkeit auf Versuchsstationen der Luftwaffe in Peenemünde. Er meinte damals schon, dass eine Fahrt zum Mond durchaus möglich sei und wahrscheinlich spätestens in 30 Jahren durchgeführt werden könne. Wie richtig diese Voraussage war, bewiesen die amerikanischen Mondlandungen bereits im Jahre 1969.

Im Mai 1951 berichtete ein Mitglied des AHSC über seine Erlebnisse hinter dem „Eisernen Vorhang“, und am 13. Februar 1952 sprach Geheimrat Priester (Corps Bavaria München) aufgrund seiner Tätigkeit in der Kolonialverwaltung über „Persönliche Erlebnisse in Kamerun“.

Erstmalig fand am 13. Dezember 1951 eine Weihnachtsfeier mit Damen statt, die sich von da an jährlich wiederholte und die bis heute traditioneller Bestandteil des Jahresprogramms des AHSC Aschaffenburg ist.

Im Januar 1954 wurde Landgerichtsdirektor Dr. Schlüter (Corps Silesia Breslau, Corps Thuringia Jena), der nach seiner Vertreibung aus Schlesien nach Aschaffenburg gekommen war, als erster Flüchtling und Nicht-Bayer zum 1. Vorsitzenden gewählt. Diese Neuerung war damals nur mit einer Gegenstimme möglich.

 Unter Dr. Schlüter nahm der Corpsphilisterverband einen großen Aufschwung. Sein Ideenreichtum, seine frische, redegewandte Art und sein Einsatz sorgten dafür, dass die Veranstaltungen immer gut besucht waren.

 

Veranstaltungslokale

Das erste Treffen nach dem Zweiten Weltkrieg fand in der „Spessart-Eiche“ statt, danach für kurze Zeit in der Gaststätte „Zum Sandtor“, Anschließend hat der „Schlappeseppel“ jahrelang dem AHSC Raum gegeben, bis schließlich der „Heiße Stein“ das Versammlungslokal wurde. Das „Bootsche“ in der Fischergasse wurde nur hin und wieder aufgesucht. In den Jahren 1982 bis 1985 waren andere Lokale die regelmäßigen Treffpunkte („Zur Treibgass“, „Schöntal-Weinstuben“, „Zum Goldenen Ochsen“), ab Mai 1985 traf man sich wieder im Heißen Stein.

Als der „Heiße Stein“ im Jahre 1994 geschlossen wurde, tagte der AHSC in den Gaststätten „Wilder Mann“ (Mai bis Juni 1995) und „Goldener Karpfen“ (1995 bis 1998), bis im „Windfang“ in der Dalbergstraße von 1999 bis 2006 eine feste Unterkunft gefunden wurde. Im Juli 2006 zog der AHSC in die „Schöntal-Weinstuben“ in der Lindenallee 3. Dort wurde der Betrieb im Frühjahr 2015 eingestellt und der AHSC verlegte kurz vor seinem 120. Stiftungsfest im Jahre 2015 in den zwischenzeitlich wieder geöffneten „Windfang“.


120. Stiftungsfest im Juli 2015

Zum 120. Stiftungsfest im Juli 2015 hatte der AHSC Aschaffenburg 30 Mitglieder, die in 23 verschiedenen Corps an 16 Hochschulorten in Deutschland und Österreich Mitglied waren. Zwei der Mitglieder gehörten Weinheimer Corps an. Einige der Mitglieder wohnen in Hessen (Langenselbold, Rodgau) und im Spessart (Heigenbrücken, Lohr).